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Mitgliederrundbrief - März 2020
 
 
  Liebe Slow-Food-Mitglieder,

das Coronavirus nimmt weiter maßgeblich Einfluss darauf, wie wir unser Leben bzw. unseren aktuellen Alltag gestalten. Die Veränderungen treffen uns im Kern unseres Menschseins: dem sozialen Miteinander. Und die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind enorm und treffen viele von uns in ihrer Existenz. Das alles fordert uns ungeheuer viel ab - gleich ob wir allein, mit Partner*in, im Familienverband diese Zeit gestalten und durchleben müssen.

Nur Solidarität und Zusammenhalt helfen uns durch diese schweren Zeiten. Deshalb denke ich in diesen Tagen immer wieder mit größtem Dank an all diejenigen, die die Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung aktuell Aufrecht erhalten und bereit sind dafür etliche Überstunden zu machen. Von den Hilfskräften und Ärzt*innen in den Krankenhäusern bis hin zu den Kassierer*innen und Landwirt*innen. Auch die Bio-Großhändler*innen sind zur Zeit am Limit, sie haben mit einem gestiegenen Arbeitsvolumen, dass sie sich bislang nicht hätten vorstellen können, intensiv zu tun. Denn wo Verbraucher*innen aus Bange um ihre Versorgungssicherheit jetzt mehr auf den Bio-Handel zurückgreifen, hat auch die Vorstufe mehr zu tun.

Während die einen überlastet sind, stellt das Coronavirus gleichzeitig Menschen verschiedenster Berufszweige vor große existenzielle Herausforderungen. Viele unserer Slow-Food-Unterstützer und Köch*innen aber auch ganz andere Branchen jenseits unseres Arbeitsfeldes sind von der aktuellen Situation sehr betroffen und fürchten um ihren Fortbestand. Auch in der Landwirtschaft werden durch das Virus Probleme deutlich. So führen ausbleibende Erntehelfer*innen aus dem Ausland zu Engpässen bei der Bearbeitung der Äcker. Die Bäuer*innen zu unterstützen und die Ernten zu sichern ist unsere Gesellschaftsaufgabe. Deshalb geben die kreativen Initiativen und Plattformen, die durch die Krise aus allen Ecken sprießen im Namen von Nachbarschaftlichkeit und Gemeinschaft und u.a. zur Hilfe von Landwirt*innen, von Betrieben und Gastronom*innen, doch durchaus Anlass zu Freude und Hoffnung.

Weiter unten im Brief stellen wir Ihnen einige dieser Möglichkeiten zur Unterstützung anderer vor. Darunter sind auch Tipps, um die gemeinsame Zeit zu Hause mit den Kindern sinnvoll und kreativ zu nutzen. Und wir wären nicht Slow Food, wenn wir nicht auch unsere Unterstützung am Herd zusichern würden - in Form von Rezept- und Kochtipps. Denn das tägliche Zubereiten von Speisen in den eigenen vier Wänden wirft Fragen und Unsicherheiten auf. Deshalb werden wir ab jetzt auf der Webseite die Tipps für das alltägliche Kochen verstetigen - gemeinsam mit unserem Netzwerk, u.a. mit der Chef Alliance.

Mein Appell an alle von uns: Unterstützt mit euren Einkäufen soweit wie möglich die kleinen Betriebe, Läden und Gastronom*innen eurer Region und nutzt die Möglichkeiten, die sie euch bieten, auch Online zu bestellen. Ganz viele von ihnen tüfteln kluge und kreative Notlösungen für die nächsten Wochen aus. Wir arbeiten auch gerade daran, Ihnen die Restaurants aus dem Netzwerk, die trotz der Krise noch liefern, und die Slow-Food-nahen Produzent*innen und Hofläden, bei denen man einkaufen kann, auf einer separaten Karte zur Verfügung zu stellen. Sobald diese zugänglich ist, melden wir uns wieder bei Ihnen.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich bei all denjenigen von Ihnen bedanken, die dem Spendenaufruf für Slow Food International so großzügig nachgekommen sind, ob als Einzelmitglied oder gemeinschaftlich als Convivium. Und ich bedanke mich auch für das Verständnis, das uns die meisten von Ihnen für diesen monetären Solidaritätsaufruf entgegengebracht haben. Natürlich haben wir dafür von Einigen auch Kritik entgegen genommen; in Gänze aber gab und gibt es dafür sehr viel erfreulichen Zuspruch. In dieser ganz schrecklichen Situation um Zusammenhalt und Solidarität zu wissen, tut auch menschlich gut.

Was unsere Veranstaltungen in dieser Zeit angeht, so sind diese selbstverständlich bis auf Weiteres ausgesetzt. Auch der Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe im April wurde gemäß einer behördlichen Anordnung verschoben. Als neuer Termin wurde der 8. bis 11. April 2021 festgelegt. Ob Terra Madre Salone del Gusto im Oktober stattfinden kann und wird können wir zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht sagen. Lassen Sie es uns gemeinsam hoffen.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Angehörigen, Freund*innen und Bekannten Zuversicht, viel positive Energie und natürlich Gesundheit, um diese schwierige Zeit zu überstehen.
 
 
  Den Mitgliederrundbrief finden Sie auch immer im Mitgliederbereich auf >> Confluence.

Herzliche Grüße, Ihre


Ursula (Hudson)
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis
 
1. Wie halten wir zusammen in Zeiten von Corona?
1.1 Mit Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung durch diese Zeit: Stadt hilft Land, Verbraucher*in hilft Gastronom*in
1.2 Petition an Bundesregierung: Fordern Sie gemeinsam mit uns Soforthilfe für Gastronom*innen und Hotels – mit nur wenigen Klicks
1.2 #SlowFoodSolidarity
2. Tipps für die Zeit zu Hause
2.1 Sinnestraining mit Kindern
2.2 Zeit nutzen, um neue Rezepte auszuprobieren
2.2.1 Gemeinschaft aus der Ferne: Schicken Sie uns ihr Lieblingsrezept
2.3 Zeit, zum Lesen von Slow-Food-Inhalten
3. Aktuelles
3.1 Neuer Themenbereich und Positionspapier “Gesunde Ernährung” Online
3.2 Buch "Super Local Food" von vier Slow-Food-Youth-Akademie-Alumni
 
 
 
 
1. Wie halten wir zusammen in Zeiten von Corona?
 
Im Folgenden bündeln wir verschiedene Initiativen, die Menschen in Berufszweigen entlang der Lebensmittelwertschöpfung unterstützen und unsere Versorgung sichern möchten.
 
 
 
1.1 Mit Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung durch diese Zeit: Stadt hilft Land, Verbraucher*in hilft Gastronom*in
 
Jetzt ist es einmal mehr an der Zeit, Einkäufe möglichst bei lokalen und regionalen Läden, Betrieben und Gastronom*innen zu tätigen. Nur so können wir deren Existenz sichern. Vieler der Slow Food nahestehenden Unternehmen, unsere Slow-Food-Unterstützer, haben auch Onlineshops. Und versuchen Sie, Essen bei Gastronom*innen zu bestellen, die ihren Betrieb noch nicht komplett eingestellt haben, sondern noch ausliefern.

Lasst uns die Zeit im Sinne von Nachbarschaftlichkeit und Solidarität gemeinsam überstehen. Gerade jetzt sollten wir die Kleinerzeuger*innen und Lebensmittelhandwerker*innen sowie alle anderen kleineren Betriebe umso mehr unterstützen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, in der Nachbarschaft seine Hilfe anzubieten, vor allem wenn dort Menschen leben, die zur Risikogruppe gehören. Es gibt dafür viele online-Plattformen wie nebenan.de oder solidarische Nachbarhilfe. Ganz konkret können Menschen, die Zeit haben, auch Bäuer*innen ihre Hilfe anbieten. Im Sinne von Stadt hilft Land haben sich das schon die tollsten Modelle entwickelt etwa: https://www.daslandhilft.de/. Mehr Informationen hat Meine Landwirtschaft für unser Bündnis zusammengestellt. >> Zum Artikel
 
 
 
1.2 Petition an Bundesregierung: Fordern Sie gemeinsam mit uns Soforthilfe für Gastronom*innen und Hotels – mit nur wenigen Klicks
 
Folgende Petition auf Change.org fordert die Bundesregierung zu finanzieller Soforthilfe für Gastronom*innen und Hotels auf. Unterschreiben auch Sie: >> Zur Petition
 
 
 
1.3 #SlowFoodSolidarity
 
Im Folgenden teilen wir eine Einladung von Slow Food International: Um das Gemeinschaftsgefühl des globalen Netzwerks in diesen Zeiten Aufrecht zu erhalten und sich gegenseitig aufzumuntern, freut sich Slow Food International, wenn Sie in den sozialen Medien Nachrichten, Ideen, Videos und Fotos teilen, dabei den Hashtag #SlowFoodSolidarity verwenden und Slow Food International mit dem @ Zeichen markieren. Die Kollegin vom EU-Büro, die momentan die internationalen Kanäle betreut, da das internationale Slow-Food-Büro gemäß einer stattlichen Anordnung geschlossen hat, wird Ihre Beiträge dann teilen. Wir empfehlen auch die Verwendung des Hashtags: #stayhomestayslow; dieser wird schon von einigen Slow-Food-Netzwerken genutzt. Mehr Informationen dazu >> hier.
 
 
 
2. Tipps für die Zeit zu Hause
 
2.1 Sinnestraining mit Kindern

Was tun mit den Kindern in Zeiten von Corona? Diese Frage stellt sich gerade vielen Eltern, nachdem das letzte Buch ausgelesen und die Fernsehzeit überschritten ist. Slow Food möchte sie ermuntern, ihren Nachwuchs auf spielerische und Neugier weckende Art und Weise in Beziehung mit unseren Lebensmitteln zu bringen, und das mit allen Sinnen. Auf dass das gemeinschaftliche Kochen und Abschmecken dann noch ein bisschen geschmeidiger geht. Dazu bietet das Slow-Food-Sinnestraining "Sinn-voll", das speziell für Kinder entwickelt wurde, eine wunderbare Möglichkeit.

>> Zum Material und weiterführenden Informationen
 
 
 
2.2 Zeit nutzen, um neue Rezepte auszuprobieren
 
Wenn wir jetzt nicht die Zeit finden zum Kochen, wann dann? Im Alltag finden wir oft nicht die Möglichkeit, an der Herdplatte mal zu experimentieren oder was Neues auszuprobieren? Jetzt haben wir die Chance. Trotz aktueller Herausforderungen möchten wir Lust machen, diese Zeit zu nutzen, um uns wieder mehr in Beziehung zu unseren Lebensmitteln zu setzen und öfter mal was Neues in der Küche auszuprobieren, denn dann sehen wir, dass Gutes auch so einfach sein und schnell gehen kann. Damit wollen wir vor allem auch denjenigen Mut machen, die zurzeit Arbeit, Familie und Kochen parallel zu Hause jonglieren müssen. Wir wollen zeigen, dass sich auch mit wenig Arbeit und nur wenigen Grundzutaten tolle Sachen servieren lassen. Und auch für diejenigen, die normalerweise nicht jeden Tag den Kochlöffel schwingen, soll etwas dabei sein.
In den nächsten Wochen stellen wir Ihnen deshalb auf der Startseite unserer Webseite und in der >> Rezepte-Rubrik immer wieder gut handhabbare Rezepte vor, die Sie ausprobieren und nachkochen können. Zum Auftakt dieser Rezepte-Aktion teilt Ursula Hudson am Ende ihres Kommentars zur aktuellen Lage zwei Rezepte mit uns: >> Für Milchreis und Reisauflauf.
 
 
 
 
2.2.1 Gemeinschaft aus der Ferne: Schicken Sie uns ihr Lieblingsrezept
 
Sie haben ein Lieblingsrezept, das Sie gerade gerne kochen und mit dem Slow-Food-Netzwerk teilen wollen? Dann schicken Sie dieses wenn Sie können mit einem Bild von Rezept und sich (wenn Sie wollen) sowie 2-3 Sätzen über sich und darüber, wie Sie die Zeit gerade verleben an presse@slowfood.de. Wir stellen es dann auf unsere Webseite und teilen es somit mit unseren Leser*innen und dem Netzwerk. So bleiben wir trotz Ferne in Verbindung.
 
 
 
2.3 Zeit, zum Lesen von Slow-Food-Inhalten
 
Warum nicht die Zeit nutzen, um unser >> Infomaterial auf der Webseite zu durchstöbern. Auch unser internes Mitgliederportal Confluence bietet einiges an Lesestoff, wie die >> Wissensbibliothek oder unsere Seite zu >> Slow-Food-Positionen. Und dann wäre da natürlich noch das Slow Food Magazin. Die aktuelle Ausgabe finden Sie auch immer digital auf Confluence, dazu >> hier klicken.
 
 
 
3. Aktuelles
 
3.1 Neuer Themenbereich und Positionspapier “Gesunde Ernährung” Online
Wir sind gerade mit dem neuen Slow Thema „Gesunde Ernährung“ Online gegangen. Sie finden es unter: https://www.slowfood.de/slow_themen/gesundeernaehrung.
Hier finden Sie künftig alle Artikel zum Thema. Ab sofort steht Ihnen dort das >> Positionspapier Menschengesundheit nur mit Planetengesundheit zur Verfügung.

Warum haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt?
Gesunde Ernährung ist gesellschaftlich ein großes Thema. Wir sind umgeben von wechselnden Ernährungsempfehlungen und -trends. Das Interesse an gesunder Ernährung ist sowohl bei vielen Verbraucher*innen als auch bei Politik und Wirtschaft sehr groß. Entsprechend vielfältig und mitunter irreführend sind die Informationen über Zusammenhänge von Gesundheit und Ernährung. Die meisten Ratschläge und Gesundheitsstrategien sind dabei ganz auf individuelles Wohlergehen fixiert. Sie reduzieren den Blick auf einzelne Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe, also auf die Produktqualität. Wie es bei Erzeugung, Weiterverarbeitung und Handel um die Gesundheit des Planeten steht, wird ausgeblendet. Dabei ist die Gesundheit des Planeten eine der wesentlichsten Voraussetzungen für die Gesundheit aller. Deswegen schlägt Slow Food eine andere Beziehung von Gesundheit und Ernährung vor und ein radikales Neu-Denken des Gesundheitsbegriffs. Die zehn Grundsätze zu gesunder Ernährung im Slow-Food-Sinne lesen Sie im oben genanten Papier.
 
 
 
3.2 Buch "Super Local Food" von vier Slow-Food-Youth-Akademie-Alumni
 
Ein tolles Beispiel der Früchte, die die Slow Food Youth Akademie jenseits des jeweiligen Akademiejahrs schon getragen hat, ist ein Projekt einiger der SFYA-Teilnehmer*innen: Fünf Akademieteilnehmer*innen hatten 2018 im Rahmen eines SFYA-Beratungsprojekts als Ergebnis die Broschüre „super food für alle!?“ entwickelt. Vier der Autor*innen haben dieses Projekt jenseits der SFYA weitergeführt und kürzlich das Buch Super Local Food herausgegeben. In "Super Local Food - Gesund und Nachhaltig Essen" erfahren Sie, warum viele importierte Superfoods mit Blick auf die Umwelt und sozialen Auswirkungen nicht die beste Wahl sind und welche lokalen Alternativen von Buchweizen bis Stilmus es gibt. In mehr als 30 Rezepten werden zudem kreative und alltagstaugliche Möglichkeiten vorgestellt, wie Sie die lokalen "Superfoods" auf den Teller bringen können. Das Buch ist im oekom Verlag erschienen und kann zum Beispiel hier bestellt werden: >> Zur Webseite von oekom. Dort finden Sie auch eine Leseprobe, um einen ersten Blick ins Buch werfen zu können.
 
 
 
  Mehr Informationen  
 
 
 
  Spenden für Slow Food: Unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Spende. Hier können Sie unsere Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen durch eine Spende unterstützen. Slow Food Deutschland führt schon jetzt eine Vielzahl an Bildungsprojekten durch, um Kinder und Jugendliche zu Themen rund um das Lebensmittelsystem und globale Zusammenhänge zu informieren und sensibilisieren. Unsere Bildungsprojekte verbinden die Theorie stets mit der Praxis. Helfen Sie uns jetzt dabei unser Bildungs- und Fortbildungsprogramm auszuweiten und so viele junge Menschen wie möglich dadurch zu erreichen.
 
 
 
  Mitglieder werben: Wollen wir, dass sich Slow Food Deutschland weiter so entwickelt wie in den letzten Jahren: wollen wir uns unsere Unabhängigkeit erhalten, dann sind steigende Mitgliederzahlen das beste Fundament für diese Entwicklung. Wir danken Ihnen deshalb für Ihre bestehende Mitgliedschaft und würden uns darüber freuen, wenn Sie uns dabei helfen unser Netzwerk und Wirkungsfeld weiter auszubauen, indem Sie ein Mitglied werben.
 
 
 
 
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